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Auch der Anstellungsvertrag bei einer Produktionsfirma, die keinen Einfluss auf die Struktur und Abfolge einer langjährigen Krimiserie hat, kann bei dem Abschluss von befristeten Verträgen einen Sachgrund der "Eigenart derArbeitsleistung" nach § 14 I 2 Nr.4 TzBfG darstellen. Zwar gilt insoweit nicht die grundgesetzlich geschützte Rundfunkfreiheit. Jedoch rechtfertigt dies die ebenso geschützte Kunstfreiheit nach Art. 5 III GG. Diese Kunstfreiheit gilt nicht nur für Arbeitsverträge mit Bühnenpersonal, um dem Abwechslungsbedürfnis des Publikums Rechnung zu tragen. Auch bei einer Fensehserie handelt es sich unabhängig von ihrem Niveau, im Rechtssinn um ein Kunstwerk. Allein die Kunstfreiheit kann allerdings ohne Abwägung mit dem ebenfalls grundrechtlich geschützten Recht auf Berufsfreiheit des Arbeitnehmers nicht ohne weiteres die langjährige Mehrfachbefristung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen. Das Bestandsschutzinteresse an der Fortführung des langjährigen Arbeitsverhältnisses muss jedoch dann zurücktreten, wenn der Arbeitnehmer an der Umsetzung des künstlerischen Konzepts mitwirkt und diesen beeinflussen kann (Hauptrolle). 

BAG, Urteil vom 20.08.2017 -7 AZR 864/15

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