#Verdienstausfallschaden #Zahnarzt #Praxis #selbstständig #Handgelenksverletzung

Bei einem Verkehrsunfall erlitt ein Zahnarzt eine Handgelenksverletzung, die neben einem unfallbedingten Praxisausfall über mehrere Tage, zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit und einer Einschränkung des Spektrums der zahnärtzlichen Behandlungsmöglichkeiten führte, deren Umfang im einzelnen streitig gewesen ist.

Bei einem Verdienstausfallschaden ist durch das Gericht zu prüfen, wie sich die Praxis ohne den Unfall voraussichtlich weiterentwickelt hätte. Hierbei ist nicht nur ein Verlust bisher bezogener Einnahmen zu beachten, sondern auch, dass gesteigerte Gewinne nicht erzielt werden konnten. An die schwierige Darlegung der hypothetischen Entwicklung des Praxisbetriebes sind keine allzu strengen Maßstäbe anzulegen, sofern greifbare Anhaltspunkte für eine Schadensschätzung vorgetragen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, ob eine dauerhafe funtionelle Beeinträchtigung der zahnärztlichen Tätigkeit vorliegt. Eine Einschränkung muss sich nicht nur auf die Leistungsfähigkeit in zeitlicher Hinsicht erstrecken (Belastbarkeit), sondern kann auch in der Einschränkung des Behandlungssprektrums liegen. Unfallbedingte Einnahmeausfälle können auch erst einige Zeit nach dem Unfallereignis einsetzen. Für die danach erforderliche Prognose, ist somit nicht auf den Zeitpunkt des Schadensereignisses abzustellen, sondern auf den Tag der letzten mündlichen Gerichtsverhandlung.

BGH, Urteil vom 19.09.2017 -VI ZR 530/17-

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RA Martin Strieder

Rechtsanwalt Martin Strieder

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